Candide oder der Optimismus – Voltaire

Abstract:

Candide ist ein junger Mann der aus adligem Haus stammt und in einem grossen Schloss in Westfalen aufwächst. Sein Lehrer, der Philosoph Panglos postuliert im stets die „beste aller möglichen Welten“, das alles notwendig so ist und zum besten bestellt sei. Candide verliebt sich auf dem Schloss in Kunigunde und wird wegen einer verliebten Vertraulichkeit vom Baron verjagt. Fortan beginnt Candides Abenteuer; er wird mit wechselndem Glück und Unglück vom einen Land ins andere Getrieben. Von Bulgaren überfallen kommt er nach Lissabon wo er zusammen mit Panglos das schwere Erdbeben erlebt. Er entkommt mit Mühe dem Autodafé, sein Lehrer kommt dabei vermeintlich ums Leben. Er erlebt Vergewaltigungen, Plünderungen, Krankheit, Schiffsbrüche und weitere Grausamkeiten. Immer wieder begegnet er in den abgelegensten Ländern Menschen die er kennt: Er trifft mehrere Male wieder auf Kunigunde, um sie bald darauf wieder an Eroberern zu verlieren. Er trifft auf ihren Bruder, den er mit einem Säbel niedersticht, als dieser ihm seinen Wunsch zur Heirat der Schwester verweigerte. Trotz aller Grausamkeiten bleibt Candide optimistisch und erinnert sich daran, dass a priori alles zum besten gestellt sei und er auf der besten aller möglichen Welten lebt. Nur kurz findet er mitten in Südamerika in Eldorado das Paradies auf Erden, doch schon bald darauf verlässt er auch dies wieder um mit seinem Helfer Cacombo Kunigunde zu befreien. Er kommt über Umwege von Paris nach Venedig und schliesslich Konstantinopel, wo er Kunigunde endlich wieder sieht. Sie ist, gebrandmarkt durch die scheußlichen Abenteuer, hässlich und zänkisch geworden. Per Zufall trifft er auch wieder auf deren Bruder und seinen totgeglaubten Lehrer Panglos, die auf einer Galeere Sklaven waren. Candide kauft sich von den übrigen Diamanten aus Eldorado eine kleine Meinerei in Konstantinopel. Am Beispiel eines alten Türken lernt er die Weisheit kennen, die das Leben erträglich macht und vor „Langeweile, Laster und Not“ bewahrt. Candide beendet den Roman mit dem Entschluss „Wir müssen unseren Garten bestellen.“

Leibniz Theodizee:

Theodizee heisst „Rechtfertigung Gottes“ und versucht die Frage zu beantworten, wie die Leiden auf der Welt mit einem allwissenden, allmächtigem und gutem Wesen vereinbar ist. Leibniz glaubte, dass es eine unendliche Anzahl möglicher Welten gibt. Von all diesen hat Gott nur eine für den Menschen schaffen können, nämlich die vollkommenste „beste aller möglichen Welten.“ Somit ist auch jede Form des Leidens schlussendlich notwendig und erklärbar. Voltaire übt satirisch Kritik an dieser Auffassung, indem er seinen Protagonisten auf ein Abenteuer schickt, dass nur so von den Übel auf der ganzen Welt überströmt ist. Candide, ein unbekehrender Optimist, hebt immer mehr Misstrauen an der besten aller möglichen Welten. Den vermeintlichen Ausweg finden Candide und seine Begleiter am Ende in der einfachen häuslichen Arbeit und der Kultivierung des Gartens; eine Arbeit ohne nachzudenken, ist der einzige Weg das Leben erträglich zu machen.