Abstract – Wittgenstein vs Popper
Dieses Buch handelt von zwei der wohl grössten Philosophen des 21. Jahrhunderts: Ludwig Wittgenstein und Karl Popper. Beide geboren in Österreich, jedoch unterschiedlichen Familien. Wittgenstein entstammte einer der reichsten Familien Europas, während Popper eher ärmlichen Verhältnissen entstammte. Das Buch behandelt das einzige Zusammentreffen der beiden Giganten: In dem Seminarraum H3 der Cambridge University in dem Moral Science Club. In diesem trafen sich Studenten und Professoren wöchentlich um philosophische Themen zu diskutieren. Das Thema dieses Treffens: Gibt es philosophische Probleme? Die Diskussion ging wortwörtlich heiss zu und her: Auf Poppers Beharren, dass es philosophische Probleme gibt – wie beispielsweise wer in der Gesellschaft herrschen sollte – reagierte Wittgenstein so scharf, dass er ihm mit einem heissen Eisen, das im Feuer lag, drohte. Wittgenstein verliess schliesslich wutentbrannt den Raum und schletzte die Türe hinter sich. Darauf fragte einer der Studenten Popper, ob er den ein Beispiel für eine ethische Aussage hat. Popper darauf: „Man droht jemanden nicht mit heissem Eisen.“ Das legendäre Meeting war zu Ende.
Wittgensteins Philosophie
Wittgenstein hatte mit seinen sprachphilosophischen Theorien erheblichen Einfluss, soweit, dass eine kurze Zeit gedacht wurde, dass alle philosophische Probleme verschwunden seien. Er hatte mit seinem ersten Buch – dem Traktatus – erheblichen Einfluss auf den logischen Positivsmus. Diese aus dem Wiener Kreis entstandende Dieser besagte, dass Sätze/ Aussagen nur dann sinnvoll sind, wenn sie überprüfbar sind. Ein Satz wie „Der Mount Everest ist der höchste Berg“ ist dann sinnvoll weil er empirisch überprüfbar ist. Somit werden alle ethischen und ästhetischen Sätze sinnlos, da sie nicht überprüfbar sind. Der spätere Wittgenstein steigerte diese Ansicht, indem er die Auffassung vertrat, dass alle Philosophie Sprachverwirrung sei. Nach ihm handelt es sich bei der Sprache um ein Spiel mit Regeln und die Bedeutung eines Wortes ergibt sich in seinem Gebrauch und nicht in dem Objekt auf dass sich das Wort bezieht. Philosophische Probleme wie „wie kann ich wissen, was andere denken“ sind dann keine wirklichen Probleme, sondern nur Sprachverwirrung, weil Philosophen den Begriffen „wissen“ oder „denken“ andere Bedeutungen zuschreiben. Die Philosophen machen sich die Probleme selber.
Poppers Philosophie
Popper auf der anderen Seite gelangte mit seinem Buch Die offene Gesellschaft und ihre Feinde zur Berühmtheit, in dem er darlegte, dass der Historizismus, den Hegel und Marx von Platon übernahmen, keine wissenschaftliche Theorie sei, da er nicht falsifizierbar ist. Popper war bekannt für das Prinzip der Falsifikation, mit er Wissenschaft von Pseudowissenschaft differenzierte. Die Falsifizierbarkeit bedeutet, dass eine Theorie angegriffen werden kann durch empirische Beobachtungen. Vor Popper war man in der Wissenschaftstheorie der Ansicht, dass Theorien mit empirischen Beweisen herleiten muss: Wenn man beweisen will, dass alle Schwäne weiss sind, dann muss man auf möglichst viele weisse Schwäne zeigen. Popper hingegen strebt ein Hinterfragen der Theorie an. Die Theorie der weissen Schwäne muss versuchen, sich zu widerlegen, indem sie nach schwarzen Schwänen sucht. Solange keine gefunden werden können, gilt die wissenschaftliche Theorie; doch ein Falsifikationismus – ein schwarzer Schwan – reicht aus, um die Theorie nichtig zu machen, egal wie viele weissen Schwäne es gibt. Der Historizismus von Marx galt Popper deshalb nicht als Wissenschaft, weil es schon gar nicht erst möglich ist, ihn zu widerlegen. Ständig kann gesagt werden „Das ist nicht wirklich gemeint“. Was Popper nun dem logischen Positivismus entgegnete war eben dies: Die Aussage, dass nur dass sinnvoll ist, was verifizierbar ist, ist selbst weder verifizier- noch falsifizierbar. Damit gab Popper dem logischen Positivismus auch den Todschlag – heute wird dieser kaum noch vertreten.

